In diesem Beitrag informiere ich Sie darüber, warum ich andere homöopathische Arzneien empfehle und verordne als allgemein üblich.

Die Patienten, die schon Erfahrungen mit Homöopathie gemacht haben, haben häufig bewährte Anwendungen kennen gelernt und mit niedrigen bis mittleren Potenzen Erfahrungen gesammelt. Sie haben es selbst ausprobiert oder von Ärzten verordnet bekommen. Solche Anwendungen haben sich mitunter in akuten Notfällen bewährt. Auch wenn man auf diese Weise die Wirksamkeit der Homöopathie am eigenen Leibe erlebt hat, so bleibt doch die tiefere Heilwirkung auf Körper, Psyche und Geist verborgen, solange bei der homöopathischen Behandlung die Ursache der Erkrankung außer Acht bleibt.

Hierauf kommt es vor allem bei hartnäckig sich haltenden Beschwerden an, bei denen man sich fragen muss: Wann und wodurch ist die Krankheit entstanden? Vorausgesetzt man erfasst die Ursachen der Erkrankung und die Selbstheilungskräfte funktionieren noch, kann man das Leiden mit den homöopathischen Arzneien, die zu den Krankheitsursachen passen, lindern oder gar heilen.

Homöopathie bedeutet ein Leiden (= Pathie) durch eine homöopathische Arznei zu behandeln, die ähnliche (= homöo- ) Symptome hervorrufen kann wie die eigentliche Krankheit. Mit anderen Worten: Homöopathie heißt:
Ein Leiden durch das zu behandeln, das dem ähnelt oder gleicht, was die Krankheit verursacht hat.

Wenn z.B. ein fünfjähriger Junge seit seiner Keuchhustenimpfung im Alter von zwei Monaten hustet, benötigt er die homöopathische Arznei, die sein Leiden hervorgebracht hat. Die passende Arznei war in diesem Fall Pertussinum, das aus derselben Substanz hergestellt wird wie die Keuchhusten(Pertussis)-Impfung, durch die die Beschwerden des Jungen ausgelöst worden waren. Die Wirkung solch einer Arznei, die in der Homöopathie „Nosode“ heißt, kann man durch  passende Konstitutionsmittel, Darmnosoden und weitere Nosoden unterstützen. Erst die Kraft der vereinten Impulse vermag die Heilungsblockade zu überwinden.

 Die größte Entscheidung Deines Lebens liegt darin, 
dass Du Dein Leben ändern kannst, 
indem Du Deine Geisteshaltung änderst.

Albert Schweitzer, Arzt, Musiker, Theologe, Philosoph, 1875-1965


Bei der Behandlung meiner Patienten gehe ich nach folgenden Prinzipien vor:

1. Ich verordne die homöopathischen Arzneien, die sich meiner Erfahrung nach als wirksam erwiesen haben.
Daher bezeichne ich diese Arbeitsweise als empirische Homöopathie (Empirie = Erfahrung).

2. Wie meine Kollegin Christiane Petras, der ich viele wertvolle Informationen verdanke, behandle ich meine Patienten hauptsächlich mit homöopathischen Arzneien, die aus Substanzen hergestellt werden, die den Patienten jeweils bekannt sind, mit denen sie also schon Erfahrung gesammelt und deren Information sie sozusagen schon erhalten haben. Insofern trifft auf diese Behandlungsweise der Begriff „empirisch“ in doppelter Hinsicht zu, da sie nicht nur auf meinen therapeutischen Erfahungen beruht, sondern auch darauf, dass meine Klienten schon Erfahrung mit der Substanz, aus der die homöopathische Arznei hergestellt wird, gemacht haben.

3. Andere homöopathische Arzneien, mit denen der betreffende Patient noch keine Erfahrung gemacht hat, verordne ich nur
•   wenn sie entweder aus ungiftigen Ursubstanzen produziert wurden oder
•   in einer Potenzhöhe, ab der in dem Homöopathikum kein Wirkstoff mehr enthalten ist sowie
•   unterstützend zu den Arzneien, deren Information der Patient schon kennt. In der Regel handelt es sich dabei um aus Medikamenten hergestellte Nosoden. Diese verwende ich, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass sie meine Patienten in fortgeschrittenen Fällen benötigen.
Im Gegensatz dazu verordne ich viele typische, oft angewandte Homöopathika nicht. Denn es besteht die nicht zu unterschätzende Gefahr, dass eine langzeitige Einnahme von homöopathischen Arzneien, deren Information dem Patienten zu unähnlich ist, und die aus toxischen Substanzen hergestellt wurden (wie z.B. Aconitum), nicht ohne negative Folgen bleibt und ernsthafte gesundheitliche Schäden hervorruft.

Als Therapeutin bin ich froh, wenn die Selbstheilungskräfte mit Hilfe der von mir angewandten empirischen Homöopathie es vermögen, all das Übermaß an nicht bewältigten Informationen (= Krankheitssymptome) abzuarbeiten. Es bestehen in der Regel schon genug gesundheitliche Probleme, die es zu lösen gilt, als dass ich leichtfertig und unnötig zusätzliche hervorrufen möchte.

Abb. Friedrich Cubigsteltig http://www.pixelio.de

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