Viele Menschen, die ich kenne, versuchen bei Beschwerden, durch Heilpflanzen Abhilfe zu schaffen. Dabei kommt es sehr darauf an, was sie, wie sie es und in welcher Aufbereitung anwenden. Davon hängt es ab, ob die Substanz ihnen schadet, bekommt oder  sogar Ihren Zustand bessert. Erfahren Sie nun weitere Details, die Sie zum Teil überraschen werden!


Vor Kurzem erhielt ich folgende Mail einer Patientin:


Entgiftung zum Gift

Nebenwirkung Leberschaden
Von Chantal Schlatter*

Pflanzliche Arzneistoffe
Evolutionsbiologisch betrachtet synthetisieren [bilden] Pflanzen ihre sekundären Inhaltsstoffe nicht zum Wohl des Menschen, sondern zur Abwehr von Fressfeinden [Diese Inhaltsstoffe nennt man auch Fraßtoxine]. Dennoch hat die Menschheit die Wirkung der Pflanzen seit jeher genutzt. Da es sich um biologisch aktive wirksame Substanzen handelt, können analog zu den synthetischen [wie die chemischen] Arzneistoffen ebenfalls unerwünschte Wirkungen und Interaktionen [Wechselwirkungen] auftreten. Die bei Laien weit verbreitete Annahme, dass es sich um natürliche und damit grundsätzlich ungefährliche Substanzen handelt, ist schlicht falsch.“

*Pharmazeutin, die eine Doktorarbeit zum Thema »Dosisanpassung bei Leberinsuffizienz« verfasst hat.

Die unerwünschte Wirkungen und Interaktionen, die die Autorin erwähnt, treten durch die Eigenart auf, wie unsere Leber entgiftet:

1. Da sie mit Hilfe von Enzymen nicht nur einzelne, spezielle Stoffe umwandelt, sondern sie gruppenweise abbaut, vermag sie nicht zwischen gesund und gefährlich zu unterscheiden. Wenn wir z.B. anstelle eines künstlich hergestellten Schilddrüsen-Präparates eine natürliche, von einem Rind gewonnene Hormonsubstanz einnehmen, und noch weitere chemische und natürliche Arzneien, so nimmt sie sich all diese Moleküle, ohne dabei zu unterscheiden, zusammen zum Entgiften vor. Das gilt auch für Moleküle von Mineralien und Heilpflanzen, die nach der Darmpassage über den Blutweg bei ihr landen.

Quelle: https://reizdarm.one/erkrankungen/hilfe-bei-gallensaeureverlustsyndrom/, 24.10.2017

2. Das in gewisser Weise überdimensionierte Entgiften der Leber garantiert im Notfall unser Überleben. Denn es befreit uns, ohne mit Unterscheiden und Aussondern Zeit zu verlieren, schnell von Schadstoffen. Leider führt es aber auch dazu, dass es aus Substanzen, die wir gemeinhin für unbedenklich oder sogar gesund halten, giftige Inhaltsstoffe freisetzt oder sie in schädliche Zwischenprodukte umwandelt.
Als bekanntestes Beispiel dafür fällt mir ein, dass Leberenzyme die aus Naturstoffen entstehenden Aminosäuren, eine der wichtigsten Gruppen unter den sekundären Pflanzenstoffen, in das giftige Ammoniak umwandeln.

Gewiss denken manche von Ihnen jetzt: Das passiert doch bereits, wenn wir uns normal ernähren! Aus diesem Teufelskreis, dass wir uns durch die Aufnahme natürlicher Substanzen schädigen und bedingt auch vergiften, können wir uns zum Teil befreien, wenn wir uns mit Paleo-Kost versorgen. Diese auch Steinzeiternährung genannte Diät orientiert sich daran, dass unser Organismus sich seit der Steinzeit kaum verändert hat und wir uns artgerecht ernähren, indem wir den Speiseplan unserer Vorfahren – soweit annähernd möglich – einhalten.

Außerdem bietet es sich an, vorausgesetzt sie passen, anstelle von Pflanzen-Präparaten, homöopathisch aufbereitete Mittel einzusetzen.  Denn diese enthalten ab einer bestimmten Potenzhöhe keine Wirkstoffe mehr, sondern wirken allein durch energetische Impulse. Dank ihrer besonderen Herstellungsweise verfügen sie über weitere, besondere Eigenschaften, durch die man dem beschriebenen Dilemma entgehen kann: Wenn wir sie z.B. in niedriger Potenz als Dilution oder Globuli anwenden, gelangen sie  n i c h t  in unseren Verdauungstrakt, sondern sogleich in unsere Zellen. Ihre kleine Dosis macht diese Art der Resorption möglich. Andere Heilmittel oder Medikamente dagegen stellen größere Dosierungen dar, die unser Organismus daher erst über Darm, Leber und Galle aufnehmen kann. Leider durchlaufen sie dabei den erwähnten, zur Entgiftung dienenden Umwandlungsprozess.
Das führt zu einem weiteren, beachtlichen Handicap:
Je mehr die Leber mit Entgiften beschäftigt ist, desto weniger kann sie ihre anderen Stoffwechselfunktionen erfüllen. Dabei kommen vor allem die Verstoffwechslung von Fettsubstanzen und Nährstoffen, wie z.B. die fettlöslichen Vitamine A, E, D und K, zu kurz. Das schadet wiederum unseren Abwehr- und Selbstheilungskräften. Anstatt sie aufzurichten und zu aktivieren, hebeln wir sie durch die Anwendung von pflanzlichen Arzneistoffen, wozu auch viele angebliche Heilpflanzen-Tees gehören, aus.

Und so endete meine Antwort auf die Frage der Patientin:

Soweit meine Gründe, warum ich nichts- von nicht homöopathisch zubereiteten – Heilpflanzen halte. Es sei denn, es handelt sich um Gartenkräuter, die wir mit unserer Ernährung zu uns nehmen.

 

 

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