Je länger Leiden bestehen, desto mehr müssen wir uns – neben der homöopathischen Therapie – stoffwechselgerecht mit Paleo-Kost ernähren, um genesen zu können.

Jodverwertungsstörung

In sehr seltenen Fällen besteht eine Jodverwertungsstörung, die bewirkt, dass eine jodreiche Ernährung mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Um solch ein Handicap auszuschließen, rate ich meinen Patienten den Jodgehalt im Blut oder Urin, je nachdem was das betreffende Labor vorsieht, bestimmen zu lassen. Bei allen Patienten, die dieses Spurenelements haben analysieren lassen, hat der Befund entweder einen erniedrigten Gehalt im Blut oder Urin oder, bei Verzehr von Fisch und/oder Lebertran, einen Spiegel unterhalb der Höchstgrenze ergeben. Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass bei ihnen jodhaltige Kost nicht fehlverwertet wird und daher zu ihrer Genesung erheblich beitragen kann.

Mitunter haben Patientinnen zwar berichtet, dass ihnen jodhaltige Seeluft und früher eingenommene Jodtabletten nicht bekommen sind, es stellte sich aber heraus, dass sie nicht unter einer Jodverwertungsstörung, sondern einer durch Leber-Gallen-Stau bedingten Stoffwechselstörung litten. Dieser Stau ging wiederum auf eine Gallengrieß- oder Gallensteinbelastung zurück, die bei ihnen alle mögliche Symptome, angefangen von Verdauungsstörungen bis hin zu Schilddrüsen-, Bewegungsapparat- und Zahnbeschwerden ausgelöst hatte. Durch Behandlung mit Nosoden und einem Gallenstein auflösenden Gallensäure-Präparat besserte sich ihre Verfassung oder – wenn sie sich stoffwechselgerecht ernährten – verschwanden innerhalb von 1 bis 2 Monaten die Symptome meistens sogar.

Fraßtoxine in Lebensmitteln

Wie z.B. Chris Kresser, M.S. (Master of Science – akademischer Grad), empfiehlt, sollte man bei einer Schilddrüsenfunktions- störung den Verzehr von stärkemehlhaltigen Lebensmitteln so weit wie möglich einschränken. Lebensmittel wie alle Getreidesorten, Kartoffeln und Hülsenfrüchte enthalten Fraßtoxine, genauer gesagt: Prolamine – Speicherproteine im weiteren Sinne mit einem hohen Anteil an den Aminosäuren Prolin und Glutamin. Der Begriff Prolamin ist als abgekürztes Kunstwort aus Prolin und Glutamin entstanden. Mit den Toxinen versuchen die Pflanzen, sich vor dem Geerntetwerden zu schützen und so ihren Fortbestand zu sichern.
Diese Fraßtoxine wirken sich nicht nur auf die Schilddrüse schädlich aus, sondern auch auf Herz, Kreislauf, Verdauungs-System, Leber und Galle und selbst das Gehirn. Das traf z.B. auf eine meiner Patientinnen zu, die unter psychisch-geistigen Störungen litt. Diese gingen auf eine Leber-Gallenbelastung zurück, die auch mit vielen intensiven schulmedizinischen Behandlungen zusammenhingen.
In vielen Fällen entgleiste der TSH-Wert (zentraler Schilddrüsenwert) nach häufigem Einsatz von Medikamenten sowie Verzehr von stärkemehlhaltigen Lebensmitteln. Hierzu kurz ein paar Beispiele:

1. Als ein Patient sich besser als zuvor mit Vollkornprodukten zu ernähren versuchte, stieg sein TSH-Wert von 1,54 auf 1,8.
2. Die Mutter eines 8-jährigen beklagte, dass dessen TSH-Wert von ca. 4 auf > 6 mU/l gestiegen war und fügte im nächsten Satz von selbst hinzu, ihr sei aufgefallen, dass er in der letzten Zeit besonders viel Vollkorn-Getreideprodukte gegessen habe.
3. Ein älterer Patient stieg auf eine Ernährung mit Soja-Produkten um, wodurch sein TSH-Wert immens in die Höhe schnellte.
Soja enthält Anti-Nährstoffe, unter anderem hormonell wirksame Substanzen, die die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen.
4. Eine meiner Kursteilnehmerinnen, bei der eine Schilddrüsenunterfunktion bestand, berichtete, dass sie nach Verzehr von Soja Zysten in der Brust bekommen habe. Diese seien nach Verzicht auf dieses Produkt wieder verschwunden.

Gesunde Alternativen

Die häufig als Beilage verwendeten, prolaminlastigen Lebensmittel lassen sich durch gesunde Gemüsesorten, die wenig Stärke enthalten, wie z.B. Wurzelgemüse, Kohlsorten sowie Kochbananen – in Südamerika ähnlich wie hier Kartoffeln verwendet – und z.T. durch Konjac- oder Sesamnudeln, Nüsse und Saaten ersetzen. Kochbananen enthalten, solange sie noch grün sind und noch keine gelbe Farbe angenommen haben, wenig Stärke.
In Kalkwasser eingelegte Konjac-Nudeln riechen zwar zunächst danach, nach gründlichem Abspülen und Ziehenlassen in kochendem Wasser schmecken sie wie Glasnudeln. Im Gegensatz zu ihnen sind sie aber nicht aus ungesundem Mais hergestellt, sondern aus dem Mehl der Konjac-Wurzel. Diese Nudeln kann man im Internet oder in Asiashops erhalten. Als Alternative dazu kann man etwa doppelt so teure Sesam- oder Leinsamennudeln hier bestellen: http://www.paleo-paradies.de/
Dort erhalten sie auch Backwaren und Rezepte.
Konjac-Nudeln kann man vielseitig verwenden, z.B. um chinesische Gerichte zuzubereiten.
Hier finden Sie z.B. alternative Brotrezepte: http://paleolifestyle.de/?s=Brote

Bitte beachten Sie bei allen Backrezepten:

Ich empfehle Ihnen anstelle von ungesundem Backpulver – das gilt auch für Bio-Backpulver – jeweils dieselbe Menge von Natron und Johannisbrotkernmehl zu verwenden.

Abb. 1: Christine Braune http://www.pixelio.de
Abb. 2: https://pixabay.com/de/

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