Die schmetterlingsförmige, etwa Walnuss-große Schilddrüse nimmt Jod aus dem Blut auf und stellt daraus lebenswichtige Hormone für den Körperstoffwechsel her: T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin, abgekürzt: Thyroxin). Eine Fehlfunktion der Schilddrüse bringt den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht und beeinträchtigt erheblich die gesundheitliche Verfassung. Folgende Störungen können auftreten:

Bei der Unterfunktion bleiben Hormonwirkungen von T3 und T4 aus, bei der Überfunktion treten sie verstärkt auf – beides in einem Wohlbefinden und gesundheitliche Verfassung beeinträchtigendem Ausmaß. Bei der Dysfunktion kommt es entweder zu einer Mischung aus beidem, zu gegensätzlichen Symptomen und Beschwerden. Die vielfältigen Auswirkungen der Funktionsstörungen können sich aber auch unspezifisch und im Alter weniger stark bemerkbar machen.

    1. Schilddrüsenunterfunktion: Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen kann zu verlangsamtem Puls, Herzvergrößerung, erniedrigtem oder erhöhten Blutdruck, Kälteempfindlichkeit, kühler, trockener Haut, Haarausfall, heiserer Stimme, verringertem Appetit, Verstopfung und Gewichtszunahme führen. Oft ergibt die Blutanalyse einen erhöhten Cholesterinwert. Es kann zu Menstruationsstörungen kommen. Die Betroffenen können sich träge und auch depressiv fühlen, was zu der Fehldiagnose reaktive (durch äußere Umstände bedingte) Depression führen kann.
      Die angeborene Hypothyreose kann -z.T. reversible- Intelligenzstörungen und Entwicklungsverzögerungen, Gang- und Haltungsstörungen, Minderwuchs und Fehlbildungen im Gesicht hervorrufen.All die hier genannten Symptome sind mir noch nicht im Vollbild begegnet. Wie bei einem Syndrom scheint es sich eher um einen mehr oder weniger ausgeprägten Symptomkomplex zu handeln, bei dem untypische Erscheinungen wie z.B. Hochwuchs und Untergewicht vorkommen können. Ebenso leiden Patienten mit Unterfunktion nicht selten unter hohem Blutdruck, bei dem der obere, systolische und der untere, diastolische Wert zugleich erhöht sind.Die Hashimoto-Thyreoiditis, eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen, stellt ebenfalls die häufigste Ursache der primären Schilddrüsenunterfunktion dar. Zwei Formen lassen sich bei ihr unterscheiden:
      ▪ Ord-Thyreoiditis, bei der es zu Atrophie (Verkleinerung) und
      ▪ Hashimoto-Thyreoiditis i.e.S., bei der es zu Hypertrophie (Vergrößerung) der Schilddrüse kommt.Bei der teils erblich, teils durch Toxine und iatrogen („durch Arzt erzeugt“) bedingten Autoimmunkrankheit reagiert die Immunabwehr auf natürliche Stoffe im Organismus so, als wären es Krankheitserreger. Das Immunsystem sorgt hierbei für eine stark erhöhte Bildung von Antikörpern.Bei dieser chronischen Schilddrüsenentzündung macht sich die Autoimmunabwehr weit stärker bemerkbar als bei der Unterfunktion, bei der ebenfalls vermehrt Antikörper auftreten: Die Antikörper blockieren nicht nur die Rezeptoren für das Hormon TSH, das die Produktion von T3 und T4 kontrolliert, sondern greifen auch das übrige Schilddrüsengewebe an und zerstören die Zellen. Nach einiger Zeit schafft die geschwächte Schilddrüse es nicht mehr, genügend Hormone zu bilden. Dann folgt: Der Stoffwechsel bricht ein, die Patienten leiden unter Mangelsymptomen, die sich an Haut, Haaren und Nägeln bemerkbar machen und in Antriebsschwäche und Übergewicht gipfeln. Bei Frauen kann es zu unregelmäßigen Blutungen und Unfruchtbarkeit und bei Männern zu Zeugungsunfähigkeit kommen.
    2. Schilddrüsenüberfunktion: Bei vielen Betroffenen vergrößert sich die Schilddrüse, was auch häufig bei der Unterfunktion vorkommt. Typischerweise kommt es zu schnellem, unregelmäßigem Puls, Zittern der Hände, Wärmeempfindlichkeit, warmer, feuchter Haut und schnell zum Schwitzen. Infolge des gesteigerten Stoffwechsels kann bei den Betroffenen häufig weicher Stuhlgang, Gewichtsverlust trotz vielem Essens und Haarausfall auftreten. Die Muskeln können schmerzen und bei Frauen kann es zu Zyklusstörungen kommen. Die Betroffenen können unter Nervosität, Reizbarkeit, Gedanken- andrang und Schlaflosigkeit leiden.Bei der autoimmunen Basedow-Krankheit, bei der die Schilddrüse, ungesteuert durch die oberste Schaltzentrale im Gehirn, zuviel Hormone erzeugt, können auch Sehstörungen, Augenveränderungen und hervortretende Augen vorkommen.Bei Morbus (Krankheit) Basedow kann das Hormon TSH nicht an den Rezeptoren der Schilddrüsenzellen ankoppeln, weil sie bereits durch Autoantikörper belegt sind. TSH steuert normalerweise, wie viele Schilddrüsenhormone produziert werden. Wenn es jedoch nicht mehr in die Zellen gelangt, stellt die Schilddrüse unkontrolliert immer weiter T3 und T4 her.
      Die Betroffenen bereitet dies nicht nur Gewichtsverlust, sondern ständigen Heißhunger, Instabilität, hohen Blutdruck und Hitzewallungen. Man vermutet, dass Toxine wie z.B. Nikotin den Ausbruch von Morbus Basedow fördern.
    3. Schilddrüsendysfunktion: Die Betroffenen leiden entweder unter gegensätzlichen Symptomen wie z.B. teils starkem Schwitzen und teils Frieren, Gedankenandrang im Kopf und enormer Erschöpfung, Überempfindlichkeit, extremem Unwohlsein mit heftigen Schmerzen im Kopf oder sonst im Körper, unterbrochen von gelegentlich besserem Befinden oder aber einer Reihe von unterschiedlich ausgeprägten, hartnäckig sich haltenden Beschwerden.Gegensätzliche Symptome oder Beschwerden, die sich trotz meiner Behandlung mit Nosoden nicht bessern, wie z.B. Atemwegs-, Haut-/Schleimhaut- und Bewegungsapparat-Beschwerden wecken stets meinen Verdacht auf eine Schilddrüsendysfunktion, die es mit Hilfe einer wiederholten Blutanalyse abzuklären gilt.

Bei diesen drei verschiedenen Funktionsstörungen kann es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, auch Kropf oder Struma genannt, sowie zu kalten und heißen Knoten kommen. Häufig wird erst anhand von solch einer Gewebeveränderung bemerkt, dass Schildrüse und Stoffwechsel nicht richtig funktionieren. Diese kann auch bei einem TSH-Wert auftreten, der im vorgegebenen Normbereich liegt. Das rührt daher, dass der großzügig angesetzte Normbereich nicht der geringen Bandbreite entspricht, in der die Schilddrüse normal funktioniert. Daher bleiben Schilddrüsenfehlfunktionen oft unerkannt, bis gravierende Symptome auftreten, die den behandelnden Arzt zu einer bildgebenden Untersuchung des Organs veranlassen.

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