Meinen Patienten mit Schilddrüsenfunktionsstörungen empfehle ich stets, anstelle von schulmedizinischen, künstlichen oder natürlichen Hormon-Präparaten, meine entsprechenden, homöopathischen Arzneien einzunehmen. In diesem Beitrag werde ich Sie näher über die homöopathische und sonstige Behandlung informieren.

Anders als die allopathischen Hormon-Substanzen vermögen diese Homöopathika, auf die Selbstheilungskräfte einen Impuls auszuüben und so die gestörte Organfunktion von Grund auf auszugleichen. Im Gegensatz dazu führt die Substitution der zu wenig gebildeten Schilddrüsenhormone durch L-Thyrox® oder andere Präparate wie z.B. Armour Thyroid® oder Nature Thyroid®, die ebenfalls den Mangel an Schilddrüsenhormonen kompensieren sollen, zum gegenteiligen Effekt: Sie bewirken, dass die oberste Schaltzentrale des hormonellen Regelkreises die Information erhält, dass sich genug Schilddrüsenhormone in der Blutbahn befinden. Daraufhin regelt sie die Hormonausschüttung herunter.
In fortgeschrittenen Fällen sind darüber hinaus noch weitere, natürliche Präparate erforderlich, wie Sie gleich erfahren werden.

Fallbeispiel I: Chronisches Erschöpfungssyndrom

Einer Patientin hatte ihr Arzt trotz des scheinbar idealen TSH-Wertes von 0,95 empfohlen, ein natürliches Schilddrüsenhormon- Präparat einzunehmen, um ihre extreme Schwächezustände, ausgelöst durch die Hashimoto-Erkrankung hypertropher (vergrößernder) Form, zu kurieren. Sie nahm zunächst Armour Thyroid® und danach Nature Thyroid® ein. Nach 4 Monaten der Einnahme war der aus dem Blutserum analysierte TSH-Wert auf 0,3 gesunken – ein Wert, der auf Schilddrüsen-Überfunktion hinwies.
Dazu passte das Symptom, dass sich die Patientin im Ruhezustand halbwegs wohl fühlte. Aber sobald sie sich betätigte, liefen bei ihr Herz und Kreislauf auf Hochtouren, und sie fühlt sich so ausgepowert, energie- und kraftlos, dass sie kaum etwas leisten und kein normales Leben führen konnte.

Durch das direkte Ergänzen von Schilddrüsenhormonen durch schulmedizinische Präparate war bei ihr der Hormonhaushalt noch weiter aus seinem Gleichgewicht geraten. Bei einer ihrer Bekannten war nach der Einnahme eines Vitamin D-Präparates sogar eine unerwünschte Zellvermehrung, ein Knoten in der Schilddrüse, aufgetreten. Tatsächlich meinte die erwähnte Patientin, dass sich ihre Schilddrüse weiter vergrößert habe und sich ihre Beschwerden sich in keiner Weise gebessert hätten.

Da der Schwächezustand der Patientin, der sich im Laufe von Jahrzehnten stetig verschlimmert hatte, aufgetreten war, nachdem sie in ihrer Jugend Jodkapseln eingenommen hatte, und sie außerdem die jodhaltige Meeresluft nicht vertrug, lag der Verdacht nahe, dass bei ihr eine Jodfehlverwertung bestand. Dann erkannte ich jedoch, dass dahinter eine andere Ursache steckte. Darauf wiesen
–   die hartnäckig sich haltenden Verdauungsstörungen in Form von Verstopfung,
–   die Gallensteine der Patientin,
–   ihre ursprünglich in die Höhe geschnellten Blutfettwerte sowie
–   ihr chronisches Erschöpfungssyndrom hin.
Bei Müdigkeit nehmen Betroffene oft an, dieses Symptom rühre von ihrem Schilddrüsenleiden her. Dann frage ich sie häufig:
Kennen Sie diesen Spruch: Müdigkeit ist die Krankheit der Leber? Besonders in diesem Fall bestätigten die bestehenden Symptome meinen Verdacht, dass hinter der Hashimoto-Erkrankung ein Leberleiden steckte. In den beiden Gallensteinen, die der Arzt bei der Patientin durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt hatte, sah ich nur die Spitze eines Eisberges.

Die Ärztin Dr. Christine Stanull hat 2003 in ihrer Dissertation (Doktorarbeit) den oft bestehenden Zusammenhang zwischen Gallengrieß, körnigen Ausfällungen in den Gallengängen der Leber, und Verdauungsstörungen behandelt. Laut Untersuchungs- und Laborbefunden sowie Symptomen gingen auch in diesem Fall die Beschwerden der Patientin auf Gallengrieß zurück.

 

Patienten, die nicht unter der nach meiner Erfahrung selten vorkommenden Jodverwertungsstörung leiden, rate ich, sich möglichst jodreich mit fettem Fisch zu ernähren und/oder Lebertran zu sich zu nehmen, um nicht nur ihren Mangel an Jod auszugleichen, sondern auch ihren meistens zu niedrigen Vitamin D-Spiegel anzuheben. Darüber hinaus hilft der Verzehr fetten Fischs uns auch, mit Vitamin B 12 zu versorgen. Unser Wohlbefinden hängt von einer ausreichenden Versorgung mit Jod, Vitamin B 12 und D ab.
In diesem Fall habe ich der Patientin, die auf die Substitution (ergänzende Einnahme) von Jod empfindlich reagiert hat, empfohlen, ein veganes, aus natürlichen Flechten-Substanzen gewonnenes Vitamin D 3-Präparat zu sich zu nehmen. Bei der oben erwähnten Blutanalyse ergab sich bei ihr ein 25-OH-Vitamin D-Wert von 30,3 μg/l. Ein zwar grenzwertiges Ergebnis, das viele von uns aber froh sein müssen zu erreichen. Das Befinden meiner Patienten bessert sich häufig auffallend, sobald sich ihr zuvor noch niedriger Vitamin D-Spiegel (z.B. von 8, 10 und 11) auf einen Wert > 20 zu erhöhen beginnt.

Dieser Patientin habe ich neben anderen benötigten Nosoden meine homöopathische Kombi-Arznei gegen Schilddrüsen-Überfunktion und Bluthochdruck verordnet und ihr empfohlen, sich – auch angesichts ihrer Gewichtsprobleme – prolaminarm zu ernähren. Darüberhinaus hat sie sich auf mein Anraten hin von ihrem Arzt, der ihr zuvor die natürlichen Schilddrüsen-Präparate, die ihren Zustand verschlechtert hatten, verschrieben hatte, ein relativ naürliches Gallensäure-Präparat verordnen lassen. Die Kombination aus benötigten Nosoden, Gallensäure-Präparat und Paleo-Kost hat sich in anderen Fällen, in denen die Patientinnen als Beschwerden Hashimoto, Leistungseinbrüche und Gewichtsprobleme oder lediglich Bauchansatz aufgeführt hatten, als unschlagbares Team erwiesen.

In diesen Fällen hatte sich die gesunde Ernährungsweise als Zünglein an der Waage für den gesundheitlichen Durchbruch erwiesen.

Bei der hier erwähnten Patientin besserten sich Blutwerte und Symptome. Damit sie mit einem Normalgewicht ihre Balance insgesamt  erreichen kann, kommt es bei ihr noch auf die Ernährungsumstellung an.

 

Fallbeispiel II: Brustkrebs

Eine Patientin, die unter Brustkrebs gelitten hatte und bei der – trotz der Behandlung mit klassischen Homöopathika anstelle der von mir angewandten, spezielleren Nosoden – bereits Metastasen (Tochtertumore) aufgetreten waren, befürchtete erneut einen Rückfall. Bei der Anamnese erfuhr ich, dass sie früher mit der Pille eine Empfängnis verhütet hatte und seit ca. 20 Jahren ärztlich verordnet L-Thyrox® gegen Schilddrüsenunterfunktion einnahm, obwohl sich laut ihrem aktuellen TSH-Wert ihre früher vorhandene Unterfunktion mittlerweile in eine Überfunktion gewandelt hatte. Für mich ein Hinweis, dass neben der Pille das durchgängig eingenommene Medikament zu der sehr bedenklichen Zellvermehrung und -veränderung zumindest beigetragen hatte.
Laut gewisser Brustkrebsratgeber erhöht die Einnahme der Pille länger als 5 Jahre sowie anderer Hormon-Präparate, vor allem gegen Wechseljahresbeschwerden, das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Fallbeispiele – zusammengefasst – III: Brust- und Gebärmutterkrebs-Verdacht/Vorstufe

Bei 3 meiner Patientinnen, die ebenfalls die Pille und das Medikament L-Thyrox® eingenommen hatten, waren, laut Aussage der Ärzte, abklärungsbedürftige Beschwerden in der Brust und in zwei Fällen auch veränderte Zellen am Gebärmutterhals aufgetreten, die eine Konisation (Entfernung eines Gewebekegels) erforderlich gemacht hatten.

In diesen Fällen, in denen ich die Betroffenen teils gut ein Jahr, teils länger begleiten und immer wieder einmal allein mit Homöopathika behandeln konnte, sind bislang derartige Beschwerden verschwunden.

Behandlung

In Fällen, wie den hier geschilderten, in denen zuvor andere Therapien eher Verschlechterung als Besserung gebracht hatten, hat sich bislang die Kombination aus den in der Abbildung aufgeführten Maßnahmen als am wirksamsten erwiesen.
Einige Patienten hat auch die homöopathische Nosodentherapie allein von lästigen Symptomen befreit und Wohlbefinden verschafft. Um einem Rückfall oder gesundheitlichen Einbruch vorzubeugen, empfehle ich jedoch zusätzlich die Umstellung auf Paleo-Kost sowie die Einnahme des erwähnten Gallensäure– sowie des natürlichen Vitamin D-Präparates – anstelle eines Hormonnachbaus (!) wie Dekristol® und Vigantoletten®.

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