Wenn unsere Schilddrüse nicht normal arbeitet, führen selbst Fachleute die Funktionsstörung in der Regel auf ein Problem in der Schilddrüse zurück. Oft liegt die Ursache aber in unserem Haupt-Stoffwechselorgan, der Leber. Neben vielen anderen Leistungen wirkt sie am hormonellen Kreislauf mit und sorgt auch für die Aktivierung des wirksamsten Schilddrüsenhormons. Diesen Zusammenhang lohnt es sich zu kennen, um Schilddrüsenbeschwerden und andere Symptome – wie Müdigkeit und Leistungsschwäche – effektiv behandeln zu können. Erfahren Sie nun mehr darüber!

Hormoneller Regelkreis

Diese Abbildung gibt den Schilddrüsenhormon-Kreislauf wieder:
–  Die Ausschüttung der Schilddrüse von dem Hormon Thyroxin (= T4),
–  seine Umwandlung im Körper mit Hilfe des Enzyms 5′-Dejodase zu dem Hormon T3 und
–  die Rückmeldung der nach Verbrauch im Blut erniedrigten T4 – und T3-Spiegel an die beiden übergeordneten Hirnabschnitte.
Diese messen und regulieren mit speziellen Rezeptoren ständig den T3 und T4-Blutspiegel. Das erwähnte Enzym gehört zu den Thyroxin-de-iodi-nasen, einer Enzym-Gruppe, die, wie der Begriff es ausdrückt, bewirkt, dass sich von T4 eines seiner 4 Jodatome abspaltet und daraus das weit wirksamere T3 mit seinen 3 Atomen entsteht.

Abb.: Quelle: Page: https://commons.wikimedia.or/wiki/File%3ARegulation_der_Funktion_der_Schilddr%C3%
Attribution: By Geo-Science-International (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Leber-Schilddrüsen-Achse

Wie Sie der Graphik oben entnehmen können, geht die Umwandlung von T4 zu T3 – hauptsächlich – außerhalb der Schilddrüse in anderen Körperregionen vor sich. Bei T4 handelt es sich um eine inaktivere Vorstufe des aktiveren T3, das unsere Stoffwechselfunktionen, wie vor allem Energielevel und Aufrechterhalten unserer Körpertemperatur, entscheidend mitbestimmt.
Die Bildung des aktiven Hormons aus seiner Vorstufe geschieht am meisten, zu ca. 60%, in der Leber und zum restlichen Teil in Nieren und Muskeln, wie Sie der folgenden Graphik entnehmen können.

Dieser Zusammenhang scheint in den USA bekannter zu sein als hier. Auf der Homepage von Liver DoctorLove your live and live longer – steht geschrieben:
Did you know a healthy thyroid gland depends on a healthy liver?… If you have a fatty liver or a sluggish liver, this conversion will not be effective.  This can leave you feeling tired, depressed, puffy, overweight and with dry skin and thinning scalp hair.  Indeed you would have a thyroid problem caused by a faulty liver.“

Quelle: https://www.liverdoctor.com/thyroid-health-depends-on-your-liver/

Auf Deutsch übersetzt besagt das Zitat: „Wusstest du, dass eine gesunde Schilddrüse von einer gesunden Schilddrüse abhängt?… Wenn du eine fette oder träge Leber hast, wird diese Umwandlung nicht effektiv sein. Das kann dich müde, depressiv, aufgebläht, übergewichtig fühlen lassen – mit trockener Haut und dünner werdendem Kopfhaar. Tatsächlich hast du ein Schilddrüsenproblem, verursacht durch eine gestörte Leber.“

Bei meinen Patientinnen hingen Haut- und Haarprobleme besonders dann, wenn auch Verdauungsbeschwerden bestanden, sowohl mit Leber- als zugleich auch mit Schilddrüsenstörungen zusammen. Dazu nun folgender Fall:

 

 

Fallbeispiel

Eine Patientin, etwa 40, litt unter juckender, trockener Kopfhaut, Haarausfall, Zahnwurzelbeschwerden, Verdauungs- und hormonellen Störungen, Leistungsschwäche und wiederkehrenden, psychischen Einbrüchen. Laut ihrem TSH-Wert von gut 3 mU/l sowie ihren Symptomen litt sie unter einer Schilddrüsenunterfunktion.

TSH-Wert

Hier bei uns setzen einige Labore die Obergrenze für diesen Wert bei 2,5 und andere sogar bei 4 und noch höher an. Manche dänische Ärzte vertreten dagegen die Auffassung, dass wir uns nur bei einem zentralen Schilddrüsen-Wert, der nah bei 1 liegt, wohl fühlen können. Diese Einschätzung kann ich im Umkehrschluss dadurch bestätigen, dass ich meinen Patienten bei einem Wert höher als 1 meine Combi für Schilddrüsenunterfunktion verordnen musste. Andernfalls hätten sie nicht genesen können.
Ich komme nun auf das Fallbeispiel zurück:

Behandlung

Zunächst sprach die Patientin auf meine gesamtheitliche Behandlung mit Nosoden und Homöopathika gut an. Sie fühlte sich insgesamt stabiler und leistungsfähiger. Ihre Verdauungs-, Haut- und Haarsymptome besserten sich und schienen vollständig abzuklingen, wenn sie sich artgerecht, d.h. kohlenhydratarm, ernährte. Das bedeutete, neben Zucker auf stärkehaltige, kohlenhydratreiche Lebensmittel (Getreide, Kartoffeln und Hülsenfrüchte) zu verzichten. Denn diese wandeln sich im Körper in Zucker um, der Pilzen den bevorzugten Nährboden bietet und eine Hauptrolle in Entzündungsprozessen spielt.
Ein paar Tage nach einer Zahnwurzelbehandlung, bei der der Zahnarzt sogleich den Wurzelkanal wieder verschlossen und den Zahnstumpf überkront hatte, traten heftige, pulsierende Beschwerden auf. Ich riet der Frau, erneut den Zahnarzt aufzusuchen. Sie bekam einen Termin für 3 Tage später. In der Zwischenzeit empfahl ich ihr, zusätzlich zu der sonstigen Therapie, sich von ihrem Hausarzt, ein Gallensäure-Präparat verschreiben zu lassen.
Der Grund: Ihre Beschwerden, ihre Verdauungs- und Hautsymptome sowie der erhöhte Cholesterinwert wiesen auf eine Leber-Gallen-Funktionsschwäche hin. Dadurch nahm ich an, dass sich ein hochgiftiges Stoffwechselabbauprodukt, Ammoniak, bis zum Kopf hin zurückgestaut haben und ihre Beschwerden mitverursacht haben könnte. Tatsächlich klangen durch die Einnahme des Gallensäure-Präparats die argen Beschwerden ab und der Zahnarzt bescheinigte ihr, dass die Wunde bereits prima verheilt sei.

Mein Kommentar

Bei vielen Patienten, bei denen Symptome im Kopfbereich und anderen Körperregionen meiner umfassenden, homöopathischen Behandlung strotzten, entdeckte ich als Krankheitsursache neben einer Schilddrüsen– auch eine Leber-Funktionsschwäche. Das bestätigte sich dadurch, dass die Betroffenen in der Regel gut auf die Behandlung mit der Kombination aus Nosoden und Homöopathika, zu denen auch meine Schilddrüsen-Combi gehörte, sowie dem Gallensäure-Präparat ansprachen. In fortgeschrittenen Krankheitsfällen ließen sich oft erst dadurch zuvor bestehende Heilungsblockaden überwinden.

Foto 1: https://pixabay.com/
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3 thoughts to “Warum eine gesunde Schilddrüse von einer gesunden Leber abhängt

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