In diesem Beitrag erfahren Sie, warum es in der Regel nicht an der Schilddrüse liegt, wenn sie nicht normal funktioniert.

Die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) erfüllen wichtige Funktionen im Körper:

  • Sie steigern den Grundumsatz und damit Herzarbeit, Körpertemperatur und Sauerstoffverbrauch in den Geweben.
  • Sie erhöhen die Erregbarkeit der Zellen, die Empfindlichkeit für das Stresshormon Adrenalin und unterstützen den Eiweißaufbau in den Muskeln.
  • Außerdem tragen sie zu Wachstum und Reifung des zentralen Nervensystems bei, worauf es besonders in Schwangerschaft und Kindheit ankommt.

Ihre Produktion vollzieht sich – wie die anderer Hormone – in einem Regelkreis. Ist ihre Konzentration im Blut zu niedrig, schickt die obere Regulationsbehörde im Hypothalamus des Zwischenhirns den Botenstoff TRH zur Hypophyse, die durch eine Art Stil mit dem Hypothalamus verbunden ist. Die Hypophyse schüttet dann ein anderes Hormon, das Thyreotropin (TSH) aus. Nach etwa 10 Sekunden gelangt dieses Hormon über den Blutweg zur Schilddrüse und regt sie an, die Hormone T3 und T4 zu bilden sowie die bereits in den Depots der 3 Millionen Schilddrüsenfollikel (Bläschen) vorhandenen Hormone ins Blut abzugeben.

Nach etwa 20 Minuten befinden sich die Schilddrüsenhormone im Blut auf dem Weg zu ihren Bestimmungsorten. Die nach ihm benannten C-Zellen der Schilddrüse versorgen uns mit Calzitonin. Dieses Hormon reguliert zusammen mit dem als Gegenspieler fungierenden, in den vier linsengroßen Nebenschilddrüsen-Körperchen gebildeten Parathormon unseren Calzium- und Phosphathaushalt. Bei dem sehr häufig vorkommenden Vitamin D-Mangel sinkt der Calzium-Spiegel im Blut, was die Nebenschilddrüsen dazu anregt, vermehrt Parathormon zu produzieren.

Neben hormonellen Dysbalancen bez. Schilddrüsen- und Geschlechtshormonen bringt auch Vitamin D-Mangel – bei Vitamin D handelt es sich ebenfalls um ein Hormon – unseren Stoffwechsel aus seinem Gleichgewicht. Hartnäckig sich haltende Beschwerden, Immunschwächen und Heilungsblockaden beruhen häufig auf einer oder mehreren der genannten Dysbalancen.

Vermutlich kommt Ihnen das eine oder andere von dem, was ich soeben ausgeführt habe, bekannt vor. Nun werden Sie aber etwas erfahren, was Sie mit Sicherheit noch nicht wissen. Jedenfalls ist mir selbst von Fachleuten, die ich wegen ihrer Schilddrüsenbeschwerden behandelt habe, dieser Zusammenhang noch nicht zu Ohren gekommen. Dabei gehört es zum Lehrbuchwissen, dass die Leber für den Hormonstoffwechsel eine entscheidende Rolle spielt und auch die Schilddrüsenhormone aktiviert. Genauer gesagt wandeln sich 60 % der T4-Hormone in der Leber in die aktiven T3-Hormone um.

Fallbeispiel

Eine Patientin hatte als Hauptbeschwerde zu Beginn der Behandlung Verdauungsbeschwerden und Blähungen genannt. In ihrer
ersten Schwangerschaft waren eine Gebärmutterentzündung und ein Nierenstau aufgetreten. Trotz intensiver Behandlung mit Nosoden, besonderen homöopathischen Arzneien, traten weiterhin Stausymptome auf. Diese ließen mich an eine Schilddrüsenunterfunktion denken. Ich bat die Patientin, ihren TSH-Wert bestimmen zu lassen.  Das Ergebnis bestätigte meinen Verdacht. Mit Hilfe meiner Schilddrüsencombi gegen Unterfunktion besserte sich ihr Zustand rapide. Daher verlief auch die zweite Schwangerschaft im Gegensatz zur ersten ohne Komplikationen.

Nach Geburt des zweiten Kindes wurde mir durch einen zum Teil ähnlich gelagerten Fall auf einmal klar, dass die ausgeprägten Stausymptome auf eine Leber-Gallen-Funktionsschwäche hinwiesen. Ich riet der Patientin zusätzlich zu den verordneten Nosoden ein natürliches Gallensäure-Präparat einzunehmen, um den bestehenden Leber-Gallen-Stau aufzulösen.
Leider setzte sie dieses Präparat nach kurzer Einnahme wieder ab, weil sie meinte, es ginge ihr ohne prima. Der Eindruck trog, was die nächste Blutuntersuchung, zu der ich ihr geraten hatte, belegte: Der TSH-Wert war auf einmal um das Vierfache gestiegen. Diese enorme Entgleisung machte sich bei ihr – sie hatte die Nosoden weiter eingenommen – nur durch ein Kloßgefühl im Hals bemerkbar. Als sie das Gallensäure-Präparat schließlich konsequent einnahm, verschwand dieses Symptom und sie fühlte sich  rundum wohlauf.

 

 

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